Hallo Ihrs,
wo soll ich anfangen.. lang ist der letzte Eintrag her. Das letzte Mal war ich in Bariloche und hab nur von unserer Ankunft und unserem kleinen Ausflug berichtet. Am darauffolgenden Tag ging bei uns alles schief...Leider mussten wir erfahren, dass die beruehmte Strasse "Route 40" in den Sueden nach Argentinien gesperrt ist, so dass wir kurzer Hand nach einem Flug gesucht haben, um in den Sueden nach Argentinien zu kommen. Leider bezahlen wir als Touristen das Doppelte fuer ein Ticket gegenueber Einheimischen. Schade. Daher: Wie fahren die Busse? Ja, die Busse fahren, aber nur ueber Comodore Rivadavia, d.h. weiter nach Osten bis zum Atlantik, toll!!! Wir kommen ja nur vom Pazifik. Da aber zuerst die Faehre in Chile aufgrund von Problemn gestrichen wurde, die Strasse in Chile aufgrund des Vulkanausbruchs gesperrt war und nun die Route 40 aufgrund von Schnee gesperrt ist, blieb uns nur noch der Bus uebrig und das zunaechst in die andere Richtung. 33 Stunden Busfahrt warteten nun auf uns. Herzlichen Glueckwunsch!
Als wir das erfuhren, hiess es "Wein kaufen". So sind wir ab in den Supermarkt und haben uns 3 Flaschen vom billigsten Wein gegoennt (0,50 Cent :) und denn genossen, wenn man das so nennen kann :)

und was machen Frauen, wenn sie was getrunken haben? Richtig, sie fangen an zu singen, zu labern, sich zu verkleiden und schliesslich zu tanzen... war ein sehr schoener Abend mit der Susi :) 

Am Tag danach mussten wir schon wieder aus unserer tollen Unterkunft (wir hatten eine Art LOFT, d.h. wir haben im Zimmer oben geschlafen, der Rest unten) auschecken, alles verpacken und danach gings OHNE Kopfweh, trotz des billigen Weins zum Nachmittag in den Bus. Eine lange Fahrt stand uns bevor. Ja wie angesprochen, 33 Stunden im Bus. Neben essen, trinken, schlafen, essen, essen und essen :) kamen wir endlich in EL CALAFATE an und ich muss sagen, wir fuehlten uns aussergewoehnlich gut.
Ich haette nie gedacht, dass man 33 Stunden Im Bus verbringen kann. Die tolle Landschaft hat natuerlich oft entschaedigt... und dazu die tollen Filme, die man teilweise aufgrund ihrer Brutalitaet verbieten muesste... Hallo? es fahren auch Kinder mit im Bus!?
Angekommen in EL CALAFATE, mitten in der Nacht gegen 1 Uhr hiess es wieder Hostel suchen. Zum Schluss war es ein Triple (3er Zimmer) mit Susi und James, den wir im Bus kennengelernt haben. Jeder wollte nur noch Duschen und Schlafen... Am naechsten Tag haben wir uns ueber Touren zum Gletscher PERITO MORENO erkundigt und direkt gebucht. Danach sind wir ans Wasser und haben Pelikane angeschaut, scheeen :) El Calafate ist eine suesse,kleine, leider wieder sehr touristische Stadt, daher sind die Preise viiiieel zu hoch und mal schoen Essen gehen, gibts hier nicht! Leider...
Am naechsten morgen gings zeitig auf und mit dem Bus zum Gletscher PERITO MORENO. Ich war sooo gespannt, was uns erwartet. Als wir ankamen und dann den Gletscher gesehen haben, war ich baff. So gross, das Eis und das "Glueck" sehen zu koennen, wie Stuecken abbrechen und mit Gedonner ins Wasser stuerzen.
Das Geltscherwasser ist so herrlich hellblau, wie ich s noch nirgends gesehen habe. Wir standen teilweise nur da und haben geschaut... 

Leider fing es dann an mit Regnen und die Sicht wurde immer schlechter. Also hiess es reinsetzen und Kaffee trinken.

Natuerlich gibt es ein Kaffeehaeuschen an solch einer Attraktion.

Nach dem Gletscher ging es wieder mit dem Bus 2 Stunden zurueck nach EL Calafate und in den Supermarkt, Grosseinkauf. Denn in EL CHALTEN, was unser naechstes Ziel war, gibt es kaum Supermaerkte, bzw. ist alles teurer als in EL Calafate. Daher ab zum Einkauf von Brot, Wurst, Kaffee, Marmelade, ... ja leider haben wir mit unserren Spanischkentnissen zum falschen Kaffee gegriffen, was bedeutete, dass es in den naechsten Tagen Filterkaffee in der Tasse gab :(
Angekommen in EL CHALTEN haben wir leider Sch... Wetter!
Es regnet und sieht auch nicht so aus, als wuerde es die naechsten Tage aufhoeren wollen. Also warten. Dafuer gabs ein zweites Fuehstueck und spaeter wurde der Versuch gestartet in die Berge zu wandern... welcher sich sichtlich als Fehlschlag erwies! Nach 5 Minuten waren wir klitschnass :( Also schnell zurueck ins Hostel und was warmes Trinken. Am Abend gabs lecker Spaghettiiii die umsonst waren, da diese noch in der Kueche von anderen Bacpackern liegen gelassen wurden. Ein Abendbrotfuer 0 Euro, klasse :)
Danach haben wir mit anderen Backpackern zusammengesessen und bis in den Abend hinein gelabert...
Am Folgetag sahs dann schon besser aus. Aufstehen, Fruehstueck, Regenhose rotz leichtem Sonnenschein und ab in die Berge. Im Gepaeck paar Snacks und Wasser. Naja was soll ich sagen... anfangs schien die Sonne und spaeter wurde daWetter immer schlimmer, so dass wir den Gletscher, welcher unser Ziel in den ergen war, nicht einmal sehen konnten. Am Gletscher war es EISEKALT. Zum Glueck haben wir vorher schon Rast gemacht und gegessen.

Leider haben wir auch nicht den beruehmten FITZ ROY (3441m) im Park gesehen, da es das Wetter uns nicht erlauben wollte...
Nach 5 Stunden kamen wir wieder im Hostel an. Erstmal Duschen, Kaffee und gleich in den Bus zurueck nach EL Calafate, wo wir ja noch unser Gepaeck im Hostel hatten. Dann eine Nacht nochmal in El Calafate und am naechsten Tag ab nach CHILE, Puerto Natales. Da wir wieder eine Grenze ueberquern mussten, hiess es erneut. Sachen aus dem Bus, Anstellen, Sachen checken lassen, alles wieder in den Bus und weiterfahren. Obwohl es einfach klingt, kann man dabei verzweifeln. Die Kontrollen sind eigentlich keine Kontrollen. Das Gepaeck wird per Hand abgetastet, d.h.bei unseren riesengrossen Rucksaecken wird mit der Hand mal oben reingegriffen und kurz gefuehlt, ob vielleicht Obst geschmuckelt wird (was ja hier wieder untersagt ist) Ich haette den ganzen Rucksack voller Orangen laden koennen, es waere keinem aufgefallen. Keinem!
In Puerto Natales angekommen wurden wir wieder herrlich am Busbahnhof empfangen "Hier Hostel, da Hostel, ueberall Hostels" Da sich alle um uns bemueht haben, bekamen wir fuer ein Hostel nen Sonderpreis mit Fruehstueck, Glueck gehabt :) So nun hiess es Planung, denn die naechsten Tage sollte es in den Nationalpark "TORRES DEL PAINE" zum Campen gehen. Also Ausleihstation suchen und zwar fuer: Zelt, Matratzen, Kocher, Gas, Rucksaecke. Dazu noch Essen einkaufen fuer 4 harte Tage. Zum Fruhstueck Haferschleim mit Schoko, zum Mittag Brot mit Leberwurst und Abends Spaghetti zwischendurch Schokolade, Powerriegel und Banane... alles lecker, aber nach 4 Tagen auch nicht mehr der Hit! Alles gut verpackt in den Ruecksaecken gings am naechsten Tag bei Sonnenschein auf nach Torres del Paine. Nach 3 Stunden Busfahrt gabs erstmal nen Stempel in den Passport, als Souvenir und dann gings mit der Faehre zum ersten Campingplatz. Das Wetter war toll, die Sonne schien, die Berge lagen frei und es konnten nur tolle Tage werden, dachten wir. Angekomme hiess es Zeltaufbau, was ruckizuckkkiii ging, dann nen Snack und ab Richtung Gletcher "Glaciar Grey". Der Weg dahin war gut, nicht zu anstrengend, aber sehhhr windig. Der Anblick dieses Gletschers war wieder toll (alles toll :) Die Groesse war beeindruckend! Wenn man einen Vergleich mit PERITO MORENO macht, ist GLACIAR GREY der Vater und der PERITO ein Baby. 

Zurueck im Camp haben wir Spaghetti gekocht und ein Sueppchen dazu. Danach sassen wir wieder bis in die Nacht mit anderen zusammen und haben schoen gelabert. Es ist interessant zu erfahren wo andere lang reisen, was sie erlebt haben und noch erleben wollen. (Manche reisen bis zu 7 Jahre, haben kein ZuHause und besuchen ihre Familie nur mal scnell zu Weihnachten) Erstaunlicher Weise trifft man auch immer wieder auf die selben Leute, wie James. Ihn haben wir in Bariloche kennengelernt und in Puerto Natales verabschiedet. Gleiche Strecke. 
Am ersten Abend haben wir schnell noch in Eileswinde geduscht...man war das kaaaalt und ab ins Zelt. Ausser Wind, Regen und Susis Toilettengang mitten in der Nacht lief alles glatt.
Frueh total verpeilt, gabs Haferschleim, Zeltabbau und samt Gepaeck auf in Richtung Camp Nummer 2.

Nur 2 Stunden Marsch lagen vor uns. Allerdings hat der Sturm und Regen uns diese 2 Stunden wie 5 Stunden anfuehlen lassen. Im Camp 2 hiess es wieder Zeltaufbau, was essen und rauf Richtung Aussichtspunkt, an dem wir leider aufgrund des schlechten Wetters und Schnee nix sehen konnten :(
Wieder im Camp konnten wir uns beim Ranger aufwaermen, bei dem bereits schon 3 andere Studenten aus Santiago sassen. Kaffee umsonst und nen warmen Ofen, das war wie Weihnachten. Wie der Abend so kam, beschlossen wir zusammen zu kochen und wie es der Zufall wollte, konnten Susi und ich beim Ranger im Doppelbett schlafen, da seine Kollegen nicht da waren. Cool. Kein Zelt, kein Regen, keine Kaelte... ein warmes Bett :) Glueck gehabt. Frueh auf und erneut Haferbrei, wussten wir, dass wir den haertesten Tag vor uns hatten. Ca. 18 km und 7 Stunden Fussmarsch hatte wir zu bewaeltigen. Ich kann auch sagen, wir haben die Strecke oft gehasst, denn neben Regen, Sturm, wo es einen fast vom Weg fegt, Hagel und Schnee hat man geschwitzt und wusste nicht was man zuerst tun soll... Taschentuch? Kapuze auf, Kapuze ab? Jacke auf, Jacke zu? Trinken? Neues Wasser? Wo ist der naechste Bach? Denn man kann im kompletten Park das Wasser trinken. Zum Glueck, denn Wasser mitnehmen, waere unmoeglich gewesen. Das Gewicht hat so gereicht.
Endlich... das Camp Nummer 3 in Sicht. Aufatmen. Klitschnass bis auf die Schluepfer kamen wir an und direkt beim Ranger Nummer 2 in die Huette. Frech, wie ich manchmal bin "Koennen wir uns kurz aufwaermen?" Er meinte kein Problem :) Da wir wirklich keine Lust auf Zelten hatten, hab ich auch noch nach gemeinsamen Kochen und dann auch nach einer Unterkunft gefragt. Wie es das Glueck wollte, hatte auch er nix dagegen und noch 1 Bett frei, was Susi und ich spaeter geteilt hben, bis Susi in die Kueche ziehen musste, da es doch bissl eng war :( Aber wenigstens keinen Schnee, Wind und Kaelte im Zelt. Wir waren so froh!!
Am Morgen gings wieder frueh raus und zum Aussichts-punkt. Und ja wir konnten Los Torres sehen. Zu ersten Mal nach 3 Tagen wieder Sonnenschein und herrliche Ausblick. Es hat an diesem Tag Spass gemacht vom Berggipfel hinunter ins Tal zu laufen. Konnte es nicht jeden Tag so sein? Auf dem Weg nach unten, konnte man nur die Leute bemitleiden, die noch hoch mussten. Wir wussten wie anstrengend es war. Die Trekkingtage waren einfach nur klasse und fuer mich eine komplett neue Erfahrung. Als wir dachten wir habens geschafft, mussten wir erfahren, dass wir von dem Punkt, an dem wir unser Ziel erhofften noch einmal 7 km laufen muessen. Denn leider hatten wir fuer den Bus kein Geld mehr und somit weiter zu Fuss, ZUM GLUECK haben uns zwei super nette Schweizer in ihren Pickup geladen und bis zur naechsten Station mitgenommen, nochmals VIELEN LIEBEN DANK an SIE!!!!!!!!!!!! Wir waren echt fix und alle :)
Heil zurueck in Natales geht es nun morgen noch weiter in den sueden nach Pta ARENAS und dann USHUEIA, die suedlichste Stadt. Danach Richtung norden nach Puerto Madryn, zum Wale anschaueund ab nach Buenos Aires und zurueck nach Hause, ich freu mich dolle!! :))
GGGLG an ALLE!!
Eure Nicole